Googles Regeln für Publisher — die Google selbst nicht einhält
Als Publisher halte ich mich an Regeln, solange sie Sinn ergeben. Aber Google ist nicht mein Chef. Es ist eine Plattform, die ich nutze — solange sie für mich funktioniert. Wenn Google irgendwann entscheidet, dass ich seine Anzeigen nicht “verdiene”, ist das völlig in Ordnung. Ich kann sie selbst entfernen. Partnerschaft funktioniert in beide Richtungen.
1. „Verwendet keine aggressiven Anzeigen.“
Währenddessen zeigt YouTube zwei Pre-Rolls, einen Mid-Roll, ein Overlay und ein Pop-up. Die Zeitleiste bewegen? Noch eine Anzeige. Wenn das “nicht aggressiv” sein soll, ist die Definition sehr flexibel.
2. „Keine Anzeigen above the fold.“
Öffne Google Search.
Zuerst Anzeigen. Dann mehr Anzeigen. Dann „gesponserte“ Elemente. Das organische Ergebnis? Irgendwo weiter unten — wenn du Glück hast.
Aber Publisher müssen aufpassen, keinen einzigen Banner zu hoch zu platzieren. Denn das wäre “schlechte UX”.
3. „Deckt den Inhalt nicht ab.“
Auf mobilen Geräten zeigt Google einen Sticky-Ad, ein Vollbild-Pop-up und eine Anzeige, die sich beim falschen Fingertipp öffnet. Aber wir müssen “unaufdringlich” bleiben.
4. „Sorgt für eine gute Nutzererfahrung.“
Wenn Google wirklich perfekte UX wollte, würde es die Anzahl der Anzeigen reduzieren, Pre-Rolls verkürzen und organische Ergebnisse nicht unter zwei Bildschirmen Werbung vergraben.
Die Realität ist klar: Google ist Plattform, Polizist und größter Werbetreibender zugleich. Und wer alle diese Rollen innehat, kann sich Dinge erlauben, die anderen verboten werden.
Fazit: Partnerschaft, keine Unterordnung
Publisher sind keine Google-Angestellten. Wir sind Partner, die Inhalte, Publikum und Wert schaffen. Und genauso wie Google unsere Anzeigen abschalten kann, können wir auch seine abschalten — wenn wir es für richtig halten.
Ich halte mich an die Regeln. Aber den Widerspruch übersehe ich nicht. Und jeder, der in diesem Ökosystem arbeitet, sieht ihn genauso deutlich.

